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Pestflieger und vom Himmel fallende Kadaver



 
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greyhunter
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BeitragVerfasst am: 31.12.2018, 12:59    Titel: Pestflieger und vom Himmel fallende Kadaver Antworten mit Zitat


Wenn man sich mit den Überlieferungen aus der Pestzeit beschäftigt fällt auf das dort sehr oft von merkwürdigen Wesen und Flugvehikeln am Himmel die Rede ist. Ein gutes Beispiel dafür ist das Flugblatt oben aus dem Jahr 1508 das aus Köln stammt.

Damals sollen „Dämonen“ in die Städte und Dörfer gekommen sein. Sie pflegten mit langen Instrumenten, die häufig für „Sensen“ und „Schwerter“ gehalten wurden, an die Tür der Menschen zu „klopfen“ oder vor der Tür zu „fegen“. Die Menschen erkrankten unmittelbar danach an der Pest.

Interessant an der Darstellung ist das der „Dämon“ ein längliches Instrument in ein Fenster hält, als ob er etwas ins Haus „einleitet“, wer denkt da nicht an den Mad Gasser Jahrhunderte später in den USA?

Das Thema griffen auch die beiden Autoren Jacques Vallee und Chris Aubeck in ihrem Buch „Wonders in the Sky“ auf in dem es um historische UFO-Begegnungen geht. Auf Seite 115, Fall 125, berufen sie sich auf einen italienischen Chronisten namens Gianfranco Degli Espositi aus Florenz. Dieser beschrieb die merkwürdige Aktivität zigarrenförmiger Vehikel über seiner Heimatstadt zwischen 1347 bis 1350.

Von diesen „Himmelserscheinungen“ ging ein merkwürdiger Nebel oder Dunst aus, der zu Boden fiel und in den jeweiligen Gebieten für plötzliche Pestausbrüche sorgte. Kurioserweise erwähnt er auch ein Detail das uns heute ebenfalls bekannt ist: Tierteile fielen vom Himmel herab, wie wir das heute von den Mutes her kennen!

Der schwarze Tod

Eine der schlimmsten Heimsuchungen der Menschheit war zweifellos die Pest. Bereits im Frühmittelalter um das Jahr 500 gab es erste Hinweise auf ein kurzes Gastspiel dieser Erkrankung in Europa. Wobei diese Erkrankungswelle bei weitem nicht so weitreichend und schrecklich war wie die Epidemie ab dem Jahr 1348.

Diese, durch Yersinia oder Pasteurella Pestis hervorgerufene Infektionskrankheit schlug sich sowohl als Beulenpest [die sich durch ein Anschwellen der Lymphknoten, Erbrechen und Fieber auszeichnete] als auch als Lungenpest [gekennzeichnet durch Schüttelfrost, Kurzatmigkeit und Bluthusten] nieder.

Als besonders gefährlich erwies sich die Lungenpest, da diese wie eine Erkältungskrankheit über die Atemwege übertragen wird – Tröpfcheninfektion. Der Tod bei dieser besonders heimtückischen Krankheit trat in einigen Fällen sogar noch am Tage der Infizierung ein.

Die Beulenpest hingegen wurde durch Flöhe übertragen, die als Wirtsorganismus sowohl Ratten als auch Menschen befielen. Trotz der Schwere der Krankheit bestand bei der Beulenpest zumindest die Chance einer Genesung, wenn die Schwellung am Körper [„Beulen“] aufbrachen und die darin befindliche infektiöse Flüssigkeit nicht in die Blutbahn geriet.

Der Ursprung der Krankheit dürfte wohl auf dem Gebiet des heutigen China liegen. Durch den regen Handel des Spätmittelalters gelangte diese Krankheit über die Seidenstrasse nach Persien, Byzanz und anschließend über Venedig und Genua nach Italien.

Anschließend breitete sich die Krankheit in ganz Europa aus. Alleine in den Jahren 1348 bis 1351 starben ein Drittel der europäischen Bevölkerung, also rund 15 Millionen Menschen.

Nimmt man alle Pestepidemien jener Zeit, so steigt die Zahl der Toten auf etwa die Hälfte der Bevölkerung des damaligen Europa. Durchschnittlich kamen in den Ländern 40% bis 60% der Bevölkerung um, unabhängig davon ob es sich um ländliche Gebiete oder um Städte handelte.

Die Auswirkungen der Krankheit auf die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Strukturen waren weitreichend. Um ein Bild von den damaligen Zuständen zu bekommen, möchte ich einen Chronisten zitieren, der auf die Situation in Venedig einging, dass besonders unter der Pest zu leiden hatte:

„Gleich zu Beginn raffte die Pest innerhalb weniger Tage führende Persönlichkeiten, Richter und Beamte hinweg, die man in den großen Rat gewählt hatte, danach auch jene, welche deren Platz eingenommen hatten. Im Monat mai nahm sie so sehr zu und wurde derart ansteckend, dass Plätze, Höfe, Grabstätten und Friedhöfe von Leichen überquollen.

Viele wurden an öffentlichen Wegen begraben, einige unter dem Boden ihrer Häuser. Unzählige starben, ohne dass jemand dabei war, und ihre Leichen stanken aus den verlassenen Häusern. Keine natürliche Flamme könnte fettige Dinge, die sich nahe beieinander befinden, so umzingeln oder verbrennen, wie diese Pest alles verdarb und befiel, was in ihrer Nähe war. Keiner, der sich bei einem Sterbenden aufhielt konnte dem Tod entkommen.

Hauchte nämlich jemand sein Leben aus, so wurde alles von einem unentrinnbaren, tödlichen Ansteckungsstoff erfüllt. So überließen sich Eltern, Kinder, Geschwister, Nachbarn und Freunde gegenseitig ihrem Schicksal. Die Ärzte besuchten keine Patienten mehr, sondern ergriffen die Flucht“. [Klaus Bergdolt • Der Schwarze Tod in Europa • Beck Verlag]

Ungeachtet der schrecklichen Konsequenzen für die Menschen jener Zeit, gab es eine Reihe seltsamer Erscheinungen, die scheinbar im Zusammenhang mit dem Auftreten der Pest standen. Hierzu schrieb der amerikanische Autor William Bramley:

„Normalerweise würden wir über diese tragische Periode der Menschheitsgeschichte nur den Kopf schütteln und der modernen Medizin dafür danken, dass sie Heilmittel für diese schreckliche Krankheit entwickelt hat. Es gibt jedoch noch immer ungeklärte und beunruhigende Fragen im Zusammenhang mit dem Schwarzen Tod.

Die Krankheit brach häufig im Sommer bei warmem Wetter in wenig bewohnten Gebieten aus. Nicht jedes Mal ging der Beulenpest eine Nagetierseuche voraus, tatsächlich scheint sie nur wenige Male mit einer Zunahme des Ungeziefers in Beziehung zu stehen.

Das größte Rätsel, das uns der Schwarze Tod aufgibt, aber ist, wie er isoliert lebende menschliche Gemeinschaften heimsuchen konnte, die keinerlei Kontakt zu bereits infizierten Gebieten hatten. Auch endeten die Epidemien plötzlich“. […]

„Sehr viele Menschen aus ganz Europa und anderen von der Pest heimgesuchten Regionen der Welt, berichten nämlich, dass Pestepidemien durch übelriechenden „Nebel“ verursacht worden seien. Diese treten häufig nach ungewöhnlich hellen Lichtern am Himmel auf.
Der Historiker erkennt schnell, dass weitaus häufiger und an mehr Orten von „Nebel“ und hellen Lichtern berichtet wird, als es Nagetierseuchen gab. Die Pestjahre waren eine Zeit starker UFO-Tätigkeit“. [William Bramley • Die Götter von Eden • In der Tat Verlag]

Über den manchmal logisch nicht nachvollziehbaren Weg der Pestverbreitung schreibt auch der bereits zitierte Autor Klaus Bergdolt:

„Es bleibt dennoch festzustellen, dass viele Aspekte der Pestverbreitung ungeklärt bleiben. Wir können uns heute letztlich nicht erklären, warum der Schwarze Tod einige Dörfer verschonte, andere dagegen völlig entvölkerte. Erstaunlich ist auch, dass manche Ortschaften nur zehn Prozent oder weniger ihrer Einwohner verloren.“

Kurioserweise scheint man die „Pesterreger“ in einem Falle tatsächlich erwischt zu haben. Hierzu nochmals Bergdolt:

„Im März 1348 erreichte die Pest Narbonne [Frankreich], wo man seit der Hungersnot von 1347 Getreide aus Italien importierte. Durch Färber, die in der Nähe des Hafens am Fluss ihre Werkstätten besaßen, wurde die übrige Bevölkerung angesteckt.

Nach neueren Untersuchungen sollen etwa 30.000 Menschen umgekommen sein. […] Auf Anfrage teilte der Richter Andre Benezeit mit, dass man Männer mit verdächtigem Pulver festgenommen habe, […] die Giftanschläge gestanden hätten.“

Leider erfährt man in der Quelle leider nichts Näheres über jene mysteriösen „Fremden“, ihre Beweggründe und das mitgeführte „Pulver“. Waren das nur einfache Giftmischer oder wirkten sie auch am „großen Plan“ mit?

Die Kuriositäten um die Pest nahmen auch in den folgenden Jahrhunderten kein Ende und hielten folglich auch in volkstümliche Überlieferungen Einzug. Eine bizarre Beschreibung kennen wir aus Berlin:

„In der Ernte, da man den Hafer mähte, zeigte sich 1559 dieses wunderbare Gesicht in der Nähe von Berlin. Es wurden plötzlich viele Mannspersonen auf dem Feld gesehen, erstlich fünfzehn, danach noch zwölf, und waren die letzten noch grässlicher und abscheulicher anzusehen als die ersten, den sie waren ganz ohne Häupter. Alle siebenundzwanzig hieben mit ihren Sensen mit aller Gewalt in den Hafer, dass man es hörte rauschen, und gleichwohl blieb der Hafer stehen.

Da das Gerücht hiervon zu Hofe kam, gingen viele Leute hinaus, solch Wunder mit anzusehen; als aber die Männer gefragt wurden, wer sie wären, woher sie gekommen und was sie machten, antworteten sie nichts, sondern hieben immerfort in den Hafer. Und als die Leute bisweilen hinzutraten und sie angreifen wollten, entwischten sie ihnen, liefen geschwind hinweg und hieben nichtsdestoweniger unter dem Laufen in den Hafer.

Da nun die Leute wieder in die Stadt kamen und gefragt wurden, wofür sie diese Männer ansähen, gaben sie zur Antwort, dass sie diese für böse Geister hielten“. [Ingeborg Drewitz • Märkische Sagen • Diederichs Verlag]

Über das was nach der „Visite“ der „bösen Geister“ geschah schrieb der hier bereits zitierte Autor William Bramley:

„Unmittelbar nach dem Besuch der seltsamen Männer auf dem Kornfeld kam es zu einer großen Pestepidemie in Brandenburg. Dieser Zwischenfall wirft die hochinteressante Frage auf: Wer waren diese rätselhaften Gestalten? Was waren das für lange sensenartige Instrumente die sie hielten und die ein zischendes Geräusch verursachten?

Bei den „Sensen“ scheint es sich möglicherweise um lange Geräte zum Sprühen von Gift oder keimhaltigen Gas gehandelt zu haben. Das hieße, dass die Städter die Bewegungen der „Sensen“ irrigerweise als einen Versuch Weizen zu schneiden interpretiert haben, während die Bewegungen bedeuteten, dass Aerosol auf die Stadt versprüht wurde…“.

Auch noch in den kommenden Jahren hielt das merkwürdige Amalgam aus Pest und „exotischen Phänomenen“ an. Am 07-06-1680 etwa bemerkten die Bewohner von Großmölsen ein Schiff am Himmel in dem ein alten Mann und ein „Knabe“ [wenn es denn ein solcher war] ausgemacht wurden und 1663 belagerten Vehikel die gestaltet gewesen sein sollen wie Kreuze und Totenbahren den Himmel über Nohra - im Gefolge kam die Pest!. [Paul Quensel Thüringer Sagen Diederichs Verlag]
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BeitragVerfasst am: 31.12.2018, 22:55    Titel: „BIG CITY“ & „Mad Gasser“ Antworten mit Zitat
„BIG CITY“ & „Mad Gasser“

In seinem Buch „Versklavte Gehirne“ berichtet der Autor Heiner Gehring über ein US-Projekt namens „Big City“ aus den 1950ger Jahren das mich an ein bizarres Phänomen erinnerte das kurz zuvor als „Mad Gasser of Matton“ für Schlagzeilen sorgen sollte. Gehring schreibt:

Projekt: Big City. Verantwortlich: CIA. Beginn Anfang der 1950ger Jahre. Zweck: Wirkungserforschung von Gas und Drogen auf das Verhalten. Mittel: Drogen- und Gasfreisetzung in U-Bahnen, Autos und öffentlichen Parks. Gemäß einem CIA-internen Memorandums von 1957 musste bei diesem Projekt besonders darauf geachtet werden, dass in der Öffentlichkeit nichts von den Urhebern der Aktivitäten bekannt wurde.

Über den „Mad Gasser“ verfasste ich vor einigen Jahren folgenden Beitrag – irgendwie passen das CIA-Projekt und die Aktivitäten des Fremden recht gut zusammen:

Die Vorfälle im Botetourt-Bezirk (Virginia)

Der erste Vorfall betraf am 22. Dezember 1933 die Familie Huffmann, nahe Haymakertown. Gegen 22h bemerkten sie bei sich Gasgeruch und ihnen wurde übel. Man lüftete das Haus durch und legte sich zu Bett.

Abermals drang Gasgeruch in die Wohnung ein und nun wurden der Vermieter als auch die Polizei informiert. Den Opfern war schlecht, sie hatten Kopfschmerzen und ein Familienmitglied musste künstlich beatmet werden. Der einzige Anhaltspunkt auf den Täter war der Abdruck eines Frauenschuhs im Freien, unweit des Fensters, und eine Männergestalt die von Haus weglief.

Der nächste Angriff ereignete sich in Cloverdale. Vier Familienangehörige kamen nach Hause und stellten dabei fast, dass die ganze Wohnung voller Gas war. Dabei bemerkten sie auch, dass die eingelassene Substanz ‚süß’ roch und eine Spur Formaldehyd enthielt.

Offenbar wurde das Gas durch ein Loch ins Haus geleitet, das sich ergab als man einen Nagel aus der Außenwand entfernt hatte. Die Reizungen an den Augen hielten über zwei Tage lang an. Chloroform, Äther und Tränengas wurden auf Grund ihrer Wirkung ausgeschlossen.

Ein ähnliches Szenario spielte sich auch am 27. Dezember ab, abermals wurde ein ganzes Haus ‚vergast’, doch diesmal fiel ein Wagen [1933ger Chevrolet] vor dem Haus der Opfer auf, in dem ein Mann und eine Frau saßen. Kurz nach dem Angriff verschwand das Vehikel.

Am 10. Januar 1934 spielte sich das gleiche Schema abermals ab, diesmal jedoch hörten die direkten Opfer und ihre Nachbarn getuschelte Stimmen. Die Frau des Hauses, die sich gerade mit ihrem Baby beschäftigt hatte, fühlte sich paralysiert und konnte sich nicht mehr bewegen.

Am 16. Januar wurde der Täter wieder aktiv, jedoch wurde er nun beobachtet und verfolgt und konnte mit seinem abgestellten Auto fliehen – dort fand sich auch wieder der Abdruck eines Frauenschuhs. Interessant ist, dass die männliche Gestalt immer schwarze Kleidung getragen hat.

Weitere Angriffe gab es am 19. und 21. Januar, wobei am 19. Januar ein ‚schwarzer Schatten’ am Fenster zu sehen war und am 21. Januar fand sich eine alte Autohandkurbel beim Tatort, die den alarmierten Polizeibeamten ein Rätsel blieb, da sie nicht den Opfern gehörte.

Am 23. Januar gab es gleich drei Übergriffe, in allen Fällen klagten die Opfer über Taubheit und Übelkeit. Einmal hätte man den Unbekannten fast erwischt, ein Hausbewohner jagte ihn und feuerte mit seiner Pistole, verfehlte ihn jedoch.

In einem besonders bizarren Fall kam eine Familie – die bei Nachbarn übernachtet hatte – nach Hause und fand einen Haufen Holz vor ihrer Tür und das Gebäude war voller Gas. Ganz offensichtlich störte sich der Täter nicht an den verstärkten Streifenfahrten der Polizei, oder den bewaffneten Bürgerwehr-Patrouillen.

Das lag vielleicht auch daran, dass der ‚Gasmann’ ziemlich schussresistent war. Am 25. Januar machte er sich abermals an einem Haus zu schaffen, jedoch war der Wachhund munter und machte somit seinem Namen alle Ehre und bellte seinen Besitzer herbei, der mit einer Schrottflinte die Sache mit einem Schuss aus der Welt schaffen wollte.

Jedoch schien er ihn nicht getroffen zu haben und falls doch, zeigte dieser keine Wirkung. Immerhin fand man seine Spuren – er muss sich eine Weile hinter einem nahen Baum versteckt haben.

Am 28. Januar war es dann mal wieder soweit und ein neues Haus wurde angegast. Doch auch diesmal stellte man sich schlampig an, denn der Hausbesitzer erschien und nahm vier Personen unter Feuer die sich von seinem Grundstück wegbewegten, auch diesmal gelang es nicht auch nur einen von ihnen zu treffen.

Der letzte Gasangriff in dem Bezirk ereignete sich im Februar. Diesmal war die Familie Scaggs betroffen, die gerade Gäste zu Besuch hatten. Ihnen wurde schlecht, einer begann hysterisch zu schreien und der Haushund verstarb einen Tag später, nachdem er sich ständig im Schnee gerollte hatte, wohl um die Substanz von sich zu entfernen.

Dann verlagerte sich das ‚Epizentrum’ der Gasangriffe in den Roanoke-Bezirk, wobei jedoch dort die Zahl der ‚Fehlalarme’ viel höher war, die Polizei wurde schon gerufen wenn sich Fremde vor dem Haus oder auf der Straße aufhielten.

Der letzte - und vielleicht aufschlussreichste - Bericht ereignete sich am 9. Februar 1934. Das Ehepaar J. G. Shafer und Lithia Shafer gehörten ebenfalls zu den ‚vergasten’ Einwohnern und suchten in Schnee nach Spuren. Dort fanden sie auch ein merkwürdiges ‚Amalgam’ aus Schwefel, Arsen und Erdöl.

Daneben bemerkten sie, im frisch gefallenen Schnee, Spuren die zum Haus führten und dann zur Scheune, die dort aber abrupt endeten. Nach einer gründlichen Untersuchung der Gebäude fanden sich keine weiteren Hinweise auf die Eindringlinge – wie hatten sie den Tatort verlassen können?

Bereits bei früheren ‚Tatortbegehungen’ an anderen Häusern fiel den Polizisten auf, dass vermeintliche Fußspuren von Frauen am Boden abrupt endeten, ohne das man sich vorstellen konnte wohin und wie die Person verschwunden sei.

Die Vorfälle in Mattoon (Illinois)

11. Jahre nach den merkwürdigen Ereignissen in Virginia, lag ein Ehepaar in Matton zu Bett und schlief. Es war der frühe Morgen des 31. August 1944. Die Frau erwachte und signalisierte ihrem Mann, dass es ihr nicht gut gehe und dass alles um sie herum mit Gas eingehüllt sei.

Sie versuchte zwar aus dem Bett zu kommen, doch gelang es ihr nicht – der ganze Unterleib war paralysiert. Später erfuhr sie, dass es ihrer Nachbarin im Nebenhaus, gerade zu der gleichen Zeit ebenso ging – der ‚Gasmann’ war wieder da!

Am 1. September 1944 wurde die Polizei von Mattoon zu einem weiteren sehr merkwürdigen Vorfall gerufen. Gegen 23 Uhr war Mrs. Bert Kearney durch einen stechenden Geruch in ihrem Schlafzimmer geweckt worden, den sie als "ekelerregendsüß" bezeichnete. Der Gestank war stärker geworden, und sie musste zu ihrem Entsetzen feststellen, dass ihre Beine und ihr Unterleib gelähmt waren.

Ihre Schreie weckten die Nachbarn, die ihr zu Hilfe kamen, aber keine Erklärung fanden. Mr. Kearney jedoch, der um 0.30 Uhr von der Arbeit nach Hause kam, konnte kurz einen Mann erkennen, der an ihrem Fenster stand. Er beschrieb ihn als "groß, dunkel gekleidet, mit einer eng sitzenden Mütze". Der Mann war geflohen, als er sich ihm näherte.

Mrs. Kearney war auch nicht das letzte Opfer dieses Täters. In den folgenden neun Tagen verzeichnete die Polizei neunzehn weitere Gasanschläge, die zum Teil zwei oder drei Menschen gleichzeitig trafen. Alle Opfer bemerkten den gleichen ekelerregendsüßen Geruch und litten unter Übelkeit und einer Lähmung des Unterkörpers, die zwischen 30 und 90 Minuten andauerte.

Die Zahl der Personen mit ähnlichen Wahrnehmungen stieg rasch an. Die Polizei erhielt Anzeigen von 27 Frauen und 2 Männern. Obwohl keinerlei Spuren von irgendwelchen organischen Gesundheitsschäden zu finden waren entbrannte eine Suche nach dem verrückten Phantomanästhesisten. Frauen trauten sich nur noch in Begleitung ihrer Männer auf die Straße.

Die häufigsten Symptome damals waren Taubheitsgefühlen an Händen, Mund und Füßen, Muskelverkrampfungen, trockener Mund, Unruhe, Bauchschmerzen, Brustschmerzen, Kopfweh, Schwindel, Benommenheit, Schwächegefühl, Gähnen, Synkopen, Schweißausbrüche, verwaschene Sprache, verschwommenes Sehen und Angst.

Kurz darauf war ganz Mattoon in Panik - ein Zustand, der durch die häufig melodramatischen Berichte in der Zeitung noch verschlimmert wurden. Am 6. September musste Polizeichef E.C. Cole bereits all seine zehn Polizisten rund um die Uhr beschäftigen. Hilfe kam von zwei FBI-Agenten aus Springfield, Illinois, und einem Spezialisten für Gewaltverbrechen vom State Department of Safety, der erklärte:

"Das ist einer der merkwürdigsten Fälle, der mir in all meinen Berufsjahren als Polizist je begegnet ist." Doch trotz dieses ausgedehnten Einsatzes von Seiten des Staates fand man den Gastäter nicht. Als sich die Angriffe häuften, wurde die Lage auch politisch sehr peinlich für die Funktionäre der Stadt. Geschäftsleute kündigten eine Protestversammlung an.

Der einzige handfeste Beweis war ein weißes Stück Stoff, das Mrs. Buelah Cordes am Abend des 5. September vor ihrer Haustür gefunden hatte. Als sie daran roch, traten bei ihr nicht nur die bereits bekannten Symptome auf, sondern auch ein Anschwellen des Gesichts, Mundblutungen und eine Sprachlähmung.

Am 11. September erfuhren die Behörden, dass eine Analyse des Stoffstücks gar nichts ergeben hatte. Trotz Meldung von zwei weiteren Attacken in der vorherigen Nacht kamen die Ermittler langsam zu dem Schluss, dass der geheimnisvolle Gastäter überhaupt nicht existiert.

Alle Gasattacken, die der Polizei in dieser Nacht gemeldet wurden, wurden als falscher Alarm abgetan. Darunter war auch eine, bei der ein Arzt, der zum Haus eines Opfers gerufen worden war, den Geruch selbst wahrgenommen hatte.

Bei einer Pressekonferenz am nächsten Tag gab Polizeichef Cole bekannt: "Unsere Polizei hat gemeinsam mit Staatsbeamten alle gemeldeten Fälle mehrmals überprüft, und wir können absolut keinen Beweis für die Gerüchte, die im Umlauf sind, finden. Für die scheinbare Genauigkeit der Berichte von angeblichen Opfern ist Hysterie verantwortlich zu machen.

"Er fügte hinzu, dass der merkwürdige Geruch und der Fleck auf Mrs. Cordes Stück Stoff vielleicht auf Kohlenstofftetrachlorid zurückzuführen waren, das der Wind von der nahe gelegenen Atlas Dieselfabrik herüber getragen haben könnte.

Ein Sprecher der Anlage antwortete prompt, dass sie kein Kohlenstofftetrachlorid verwendeten und das einzige Gas, das bei ihnen eingesetzt würde, geruchlos sei. Und selbst wenn es von ihnen gekommen wäre, warum hatten die Bewohner der Stadt es dann nicht schon vor dem 31. August bemerkt? Wer hatte das Stück Stoff vor Mrs. Cordes Tür gelegt?

Und wenn es nicht als Hysterie und Angst vor dem Gastäter war, wie ließen sich dann die Fälle erklären, die vor den ersten Zeitungsberichten geschehen waren? Die Opfer waren mit der Folgerung der Behörde ganz und gar nicht zufrieden.

Doch da sie jetzt der Hysterie und der Einbildung bezichtigt wurden, war ihnen der Schwarze Peter zugeschoben worden. Wie der fortianische Forscher Loren Coleman so treffend bemerkt: "Die Oper mussten in einem Dilemma, das eines Kafka würdig gewesen wäre, ihre eigene Opferrolle verteidigen."

Offenbar benutzt der Unbekannte Täter auch technische Gerätschaften. Die Direktorin der Columbian-Grundschule und ihre Schwester wurden ebenfalls heimgesucht. Beide hörten ein summendes Geräusch und sahen ein dünnen, blauen Dunst der sich in ihrer Wohnung ausbreitete.

Der letzte Angriff in Mattoon war sicher auch der merkwürdigste. Am 13. September 1944 wurde ‚der’ Täter beim Vergasen eines Schlafzimmerfensters erwischt und die Zeugin meinte, dass es sich beim ihm um eine Frau in Männerkleidung gehandelt hätte und tatsächlich wurden auch Abdrücke von Frauenschuhen am Tatplatz entdeckt. Seitdem ist der bzw. die Täterin nie wieder in Erscheinung getreten. [Quelle: Troy Taylor, Mysterious Illinois, WPP, Decatur 2006]
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